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Weingeschichten

 

Hahnemannsche Weinprobe

... einen ganz anderen Zugang zum "Blei" hatte Samuel Hahnemann (1755 bis 1843). Der berühmte Gründer der Homöopathie, dem ein eigener Raum im Museum gewidmet ist, war ein findiger und chemisch versierter Apotheker. Um 1788 machte er mit seiner Weinprobe von sich reden. Bis dato (seit 1707) bestand die "Württembergische Weinprobe", die allerdings wenig spezifisch war und neben Blei auch Eisenspuren erfasste. Hahnemann fand ein zuverlässigeres Nachweisverfahren mit saurem Schwefelwasserstoffwasser, im damaligen Fachjargon "angesäuertes, mit Schwefelleberluft gesättigtes Wasser". In allen Apotheken war der Hahnemann'sche Liquor für etwa vier Groschen erhältlich und bald wurde diese Weinprobe amtlich vorgeschrieben. 1794 stellte der Apotheker eine vereinfachte Variante als "Liquor probatorius fortior" vor, der mit Bleiacetat zu einer dunklen Lösung reagiert.

 

Dicke Luft über Rom und Blei im Wein

Die Luft war im alten Rom buchstäblich atemberaubend: Über der Stadt lag – vor allem bei Windstille - eine regelrechte Smog-Glocke, hervorgerufen durch die unzähligen Kohlefeuer in den Haushalten und  Großmanufakturen, (vor allem  der Eisen verarbeitenden Gewerbe). Hinzu kam der Gestank aus Abdeckereien, Färbereien, Gerbereien und der zur Leichenverbrennung errichteten Scheiterhaufen.

Viele Römer litten an einer chronischen Bleivergiftung, die durch Blei beschichtetes Kochgeschirr, bleierne Wasserleitungsrohre und bleihaltige Kosmetika bedingt war. Ständige Abgeschlagenheit, gestörtes Allgemeinbefinden und Gesichtsblässe galten als typische Erkennungszeichen des Stadtrömers. Wer es sich leisten konnte, floh wenigstens im Sommer regelmäßig aufs Land, um sich zu erholen.

Vor 2000 Jahren schrieb zwar der Schriftsteller Vitruv über Wasserleitungen aus Ton und Blei: «Auch ist das Wasser aus Tonröhren gesünder als das durch Bleiröhren geleitete, denn das Blei scheint deshalb gesundheitsschädlich zu sein, weil aus ihm Bleiweiss entsteht... Daher scheint es ganz und gar nicht gut, dass man Wasser durch Bleiröhren leitet, wenn wir der Gesundheit zuträgliches Wasser haben wollen.»

Die Römer haben zwar eingesehen, dass Wasser aus Bleiröhren gesundheitsschädlich sein kann. Für gelegentliche Vergiftungserscheinungen eher verantwortlich war jedoch der Konsum einer in Bleigefäßen vorbereiteten Weinspezialität: «Dann ... liest man an einem heiteren und trockenen Tag möglichst ausgereifte Trauben; man tritt sie aus und giesst den abgeflossenen Saft ... sofort ins Mostgefäß und heizt den Ofen .. ein .., damit der Most gemächlich zum Kochen gebracht wird. ... Wenn das Bleigefäß dann ein stärkeres Feuer ertragen kann, d. h. wenn der bereits zu einem Teil eingekochte Saft in sich heiß ist, legt man Holzscheite und stärkere Äste unter ... . Die Behälter selbst, in denen sapa (Sirup) oder defrutum (Mostsaft) abgekocht wird, sollen lieber aus Blei als aus Bronze sein. ... Man kocht schwachen Most auf ein Drittel ein ... je stärker er eingekocht ist, desto besser und steifer wird er.» (Lucius Iunius Moderatus Columella, Zwölf Bücher über Landwirtschaft, 12., Buch, Kapitel 19-20)

Defrutum war eine süße Spezialität aus stark eingedicktem Traubenmost oder Wein und diente als beliebter Ersatz für Honig. Nach dem obigen Rezept des römischen Agronomen Columella wurde es lange Zeit in einem Gefäß aus Blei eingekocht. Die heiße Fruchtsäure hat natürlich besonders viel Blei im Getränk aufgelöst.

 

 

Wissen Sie, was "Bleizucker" ist ?

... Wissen Sie, was "Bleizucker" ist? Blei(II)-acetat. Bleizucker heißt so, weil die Verbindung süß schmeckt, weshalb man sie früher zum "Zuckern" von Wein nahm. Bleizusatz war auch in Europa noch weit bis in das 18. Jahrhundert üblich und entsprechend gefährlich. Blei wurde verwendet, um die Säure zu vermindern und den Wein zu versüßen. Das Rezept zum Entsäuern des Weines ist seit der Antike bekannt. Schon die Römer verwendeten dazu Bleiverbindungen. Auch in späteren Jahrhunderten setzten Weinhändler dem Rebensaft metallisches Blei, Bleioxid ("Wasser des Saturn"), Bleicarbonat (Bleiweiß) und Bleiacetat (Bleizucker) zu, um die Säure abzustumpfen und den Wein süßer, klarer und farbintensiver zu machen. Im Jahre 1706 starben in Stuttgart einige Kunden des Küfers Hans Jakob Erni an Bleivergiftung. Zur Strafe wurde ihm der Kopf abgeschlagen. In anderen Fällen begnügte man sich damit, dass solche Übeltäter größere Mengen des eigenen Weins trinken mussten.

Sexwein, Wein & Sex ?

... Ein neues Buch setzt sich mit einem "wichtigen" Thema auseinander: Was denken Männer, wenn sie die Weinkarte studieren? Laut der Studie der beiden Autoren Uli Martin und Michael Klonovsky geht es ihnen dabei nur um zwei Fragen: "Welcher Wein öffnet das Herz und welcher die Schlafzimmertür?" Wie krieg ich Frau leichter ins Bett? Das ist die zentrale Frage des "politisch unkorrekten Ratgebers", wie das Buch untertitelt ist. Die Autoren raten folgendes: Zur Amerikanerin, Typ Ostküste trinkt man beispielsweise einen 1996er Haut-Marbuzet. Steak dazu, Frau weich geklopft. Russinnen sind "weintechnisch ziemlich hoffnungslose Fälle" ...

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Aktualisiert: Claudia Ehlebracht Kellereibedarf Bremen